Schwerpunkt Sudan – Menschenrechtsthema Sudan 2005

- Wie dieses Kind wurden viele in einem Flüchtlingslager geboren und haben nichts anderes als Krieg kennengelernt.
Eine Menschenrechtserkundungsreise führte uns daher im April 2005 in Begleitung mehrerer Agentur-Journalisten in eine Brennpunktregion militärischer Aktivitäten. Im Gebiet Upper Nile verletzten der Regierung des Sudan treue Milizen auch nach dem Friedensschluss grundlegende Menschenrechte – ein schwerwiegender Verstoß gegen die Sicherheitsabsprachen des Friedensabkommens.
Wir konnten in der sudanesischen Region Upper Nile dokumentieren, dass in der Umgebung der Ortschaft Phom (Upper Nile) drei Posten von Milizen gehalten wurden, die der sudanesischen Regierung ergeben waren. Diese Posten heißen Wickmon, Pakan und Bischul Kun. Milizionäre unter dem Kommando von Gabriel Tanginya schränkten auch nach Unterzeichnung des Nord-Süd-Friedensvertrages am 9. Januar 2005 das Menschenrecht auf Bewe¬gungsfreiheit in diesen Posten in hohem Maße ein. Milizen waren in diesen Orten für eine übertriebene und unrechtmäßige Besteuerung der Zivilbevölkerung verantwortlich. Diese Steuern spitzten die ohnehin dramatische Armutssituation in der Region weiter zu.

- Vom Leben gezeichnet – eine alte Frau in Gordhim.
In einer in Nairobi abgehaltenen Pressekonferenz forderten wir am 11. April 2004 die Unterzeichner des Friedensabkommens und die internationale Staatengemeinschaft auf, diejenigen Passagen des Friedensabkommens umzusetzen, die ein Ende der Milizaktivitäten zum Inhalt haben. Denn ein umfassendes Ende aller Milizaktivitäten würde einen Beitrag zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Sicherheitslage der betroffenen Zivilbevölkerung leisten. Die ehemaligen Konfliktparteien hatten vereinbart, die Milizen bis zum 9. Januar 2006 in ihre jeweiligen Dienste zu integrieren. Über unsere Erkenntnisse berichteten die Agenturen AFP, AP (Associated Press), DPA, reuters und IRIN und in der Folge zahlreiche Zeitungen. Voice of America strahle ein Interview aus.
Am 18. April 2005 erklärte der damalige Zweite Vizepräsident des Sudan, Moses Machar, gegenüber AFP: „Wenn das Problem bei den Kräften angesiedelt ist, die mit der Regierung verbündet sind, wird die sudanesische Regierung Schritte zu unternehmen haben, um das zu stoppen.“ - Ein sehr vorsichtiges erstes Eingeständnis?











