Sudan – Zu hungrig für den Unterricht

Über 1.000 Schüler lernen in der Schule von Agangrial. Hoffnungszeichen unterstützt die Kinder mit Nahrungsmittellieferungen, der Finanzierung einer kleinen „Bibliothek“ und weiteren Schulmaterialien.

Die Schüler sammeln sich auf dem Schulhof zur Morgenandacht.

Vor zehn Jahren von den Comboni-Schwestern gegründet, sollte die Grundschule in Agangrial dazu dienen, die intellektuellen, geistlichen und menschlichen Eigenschaften von jungen Menschen im Ort nachhaltig zu prägen und zu entwickeln. Mit Unterstützung der Diözese Rumbek und lokaler Bewohner wuchs die Schule kräftig heran. Inzwischen werden hier für 1.100 Schüler drei unterschiedliche Ausbildungsprogramme durchgeführt – Vorschule, Grundschule mit den Klassen 1 bis 8 und Erwachsenenausbildung. Bislang ist das die einzige funktionierende Schule in dem gesamten Kreis Cueibet, und das Einzugsgebiet der Schüler streckt sich weit in alle Richtungen.

In diesem Stahlcontainer befindet sich die Bibliothek der Schule, die Hoffnungszeichen finanziert hat.

Natürlich gibt es auch andere staatliche Schulen in den Nachbarorten, aber dort fehlt es meistens an Klassenräumen, Materialien und sogar an Lehrern. Was nicht heißen soll, dass die Schule in Agangrial eine Vorzeigeschule ist. Die Einrichtung ist sehr einfach, aber sauber. Unterrichtsmaterialien werden vor dem Unterricht ausgeteilt und anschließend sorgfältig wieder eingesammelt, um Schäden oder Verluste zu vermeiden.
Als gutes Beispiel dient die Schulbibliothek. Lehrer und zahlreiche Schüler opferten während der Schulferien unermüdlich ihre Zeit, um Bücher zu registrieren und einzuordnen. Diese wurden in einem großen Stahlcontainer untergebracht, der zwar praktischen Schutz gegen Sonne und Staub bietet, aber tagsüber ungemütlich heiß wird. Die Ausrüstung, bestehend aus einfachen Möbelstücken, Regalen und natürlich aus den Büchern selbst, wurde im letzten Jahr von Hoffnungszeichen finanziert.

Hoffnungszeichen unterstützt die Schule mit Nahrungsmittellieferungen.
In der Pause auf dem Schulhof – endlich nicht mehr stillsitzen!

Leider kommen nicht alle Kinder regelmäßig zum Unterricht. Die letzten beiden Regenzeiten in Agangrial fielen so knapp aus, dass in der Region eine richtige Dürre entstanden ist. Der Hunger hinterlässt unverkennbar seine Spuren, und die Comboni-Schwestern müssen wehrlos mit ansehen, wie zahlreiche Schüler zunächst sporadisch und dann vollständig vom Unterricht fernbleiben. Ironischerweise kommt der Hunger gerade während und kurz nach der grünen Regenzeit am stärksten zum Tragen, da in dieser Zeit die Vorräte vom Vorjahr bereits aufgebraucht und die neuen Ernten noch nicht eingefahren sind. Aus Verzweiflung nehmen die Menschen auch schon mal Blätter, Wurzeln oder Gräser als Nahrung zu sich. Schüler, die große Strecken bewältigen müssen, erscheinen dann hungrig und geschwächt zum Unterricht.
Im letzten Jahr konnte Hoffnungszeichen bereits mit Eiweißkeksen und leichten Nahrungsmitteln Hilfe für die Bedürftigsten leisten. Sie konnten täglich zumindest etwas Nahrung bekommen und sich damit stärken. Wir wollen diese Hilfe fortführen und erweitern. Zusätzlich sollen auch weitere Schulmaterialien und Werkzeuge für den eigenen Schulgarten angeliefert werden.

Die Leiterin der Ausbildung, Schwester Giulia Fusi, schreibt: „Wir sind dafür dankbar, dass Hoffnungszeichen unsere Not erkannt hat. Wir sind davon überzeugt, dass Ihr uns auch weiterhin darin unterstützen wollt, diesen Menschen im Südsudan zu helfen. Die Bevölkerung möchte Jahrzehnte des Elends und der Isolation hinter sich lassen und wünscht sich sehnlich, die Herausforderungen der modernen Welt zu bewältigen.“

 

Die Hoffnungszeichen-Websites

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Ägypten

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