DR Kongo - Immer mehr Straßenkinder

Im Ost-Kongo traf unser Mitarbeiter Franco Moroni auf vom Bürgerkrieg traumatisierte Menschen. Wachsende Armut und Hunger treiben immer mehr Kinder auf die Straße.

 

Zusammen mit Schwester Francesca Valente besuchte Franco Moroni zwei der drei Straßenkinder-Zentren, die die Erzdiözese in Bukavu leitet. 623 Kinder fanden dort Aufnahme und werden nun liebevoll betreut und gefördert.
Zusammen mit Schwester Francesca Valente besuchte Franco Moroni zwei der drei Straßenkinder-Zentren, die die Erzdiözese in Bukavu leitet. 623 Kinder fanden dort Aufnahme und werden nun liebevoll betreut und gefördert.

Frage: Franco, wie ist die aktuelle Situation der Menschen im Ost-Kongo? Antwort: Die Menschen haben über die letzten Jahre hinweg sehr viel Leid und Entbehrungen ertragen müssen. Das hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Bevölkerung ist noch immer traumatisiert vom Bürgerkrieg. Ich konnte Angst, Niedergeschlagenheit und Misstrauen in ihrem Verhalten erkennen. Viele Menschen verstecken sich zum Beispiel instinktiv, wenn sich ihnen ein Auto nähert, aus Angst vor einem Übergriff. Hinzu kommt, dass insbesondere im Osten die Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen anhalten. Vielerorts plündern die Rebellen Dörfer und nehmen den Menschen das Wenige, das sie besitzen. Viele Bewohner verlassen deshalb aus Furcht vor Attacken und Entführungen ihre Dörfer und suchen Zuflucht in städtischen Gebieten, in Kirchengemeinden oder Schulen. Sie können weder ein normales Leben führen noch ihre Felder ordentlich bewirtschaften. Während meines Besuchs zerstörte zusätzlich ein Pflanzenschädling ihr Hauptnahrungsmittel Maniok. Viele von ihnen leiden deshalb Hunger.

 

Frage: Was war das Erschütterndste?

Antwort: Die Situation der Straßenkinder in Bukavu. Von Schwester Francesca Valente von der Erzdiözese Bukavu weiß ich, dass die Anzahl an Straßenkindern in der letzten Zeit deutlich zugenommen hat. Immer mehr Familien verarmen und können nicht mehr richtig für ihre Kinder sorgen, weil es generell an Einkommensmöglichkeiten mangelt. Deshalb versuchen viele Kinder und Jugendliche, sich alleine auf der Straße durchzuschlagen. Sie betteln, suchen nach Essbarem oder einem Unterschlupf. Es gibt viele Waisen unter ihnen, als Folge des jahrelangen Bürgerkriegs, der anhaltenden Vertreibungen oder auch wegen Aids. Die wenigsten Kinder und Jugendlichen haben in Bukavu die Chance, zur Schule zu gehen, geschweige denn Vollzeit-Unterricht zu erhalten.

 

Frage: Wo könnte ein Hilfsprojekt von Hoffnungszeichen ansetzen?

Antwort: Ich habe gesehen, dass sich kirchliche Einrichtungen sehr engagiert für die Menschen in Bukavu einsetzen. Sie sorgen für die soziale Basisversorgung. Schwester Valente und ihren Mitarbeitern liegt dabei das Schicksal der Straßenkinder besonders am Herzen, die sie in so genannten Rehabilitierungs- und Trainingzentren auffangen und betreuen. Insgesamt betreibt die Erzdiözese drei solcher Zentren in Bukavu und betreut 623 Straßenkinder. Die Schwerpunkte liegen auf Bildung bzw. Ausbildung und Trauma-Bekämpfung. Ziel ist es, das Selbstwertgefühl der Kinder zu steigern und ihre Integration in die Gesellschaft durch die Vermittlung von Fähigkeiten zu fördern. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Mädchen. Viele von ihnen laufen nämlich Gefahr, als Prostituierte zu enden, wenn ihre Familien in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Eigentlich ist auch eine Schulspeisung vorgesehen, die für Kinder aus armen Familien häufig die einzige Mahlzeit am Tag darstellt. Leider musste die Speisung während der letzten drei Monate ausfallen, weil die finanziellen Mittel dazu  fehlten. Schwester Valente hat Hoffnungszeichen dringend um Hilfe gebeten, damit die Schwestern ihre Arbeit mit den Straßenkindern weiterführen können.

Die Hoffnungszeichen-Websites

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