Sudan – Mehr als nur heilen
Das Fatima-Krankenhaus in Gordhim ist der Anlaufpunkt für zehntausende Menschen. Hier wird nicht nur geheilt, sondern auch geschult und Krankheiten vorgebeugt.

- Diese Last ist leicht: Frauen helfen, unsere Hilfsgüter an ihren Bestimmungsort zu tragen.

- Im Wartesaal: Geduldig warten dieser kleine Junge und seine Mutter darauf, dass sie an die Reihe kommen.
Das Fatima-Krankenhaus, geleitet von der Diözese Rumbek, ist Anlaufpunkt für über 40.000 Menschen. Es ist in der Region Mangar Tong (Distrikt Bahr-el-Ghazal), in der der Ort Gordhim liegt, neben zwei weiteren kleinen, aber schlecht ausgestatteten medizinischen Stationen das einzige Krankenhaus. Nur in diesen drei Einrichtungen sind qualifizierte Ärzte zu finden, gibt es Zugang zu heilenden Medikamenten. Die beiden Ärzte im Fatima-Krankenhaus sind Freiwillige, die dem Krankenhaus von der Organisation „Comitato Collaboratione Medica“ (CCM) zweimal jährlich zur Verfügung gestellt werden. Die Krankenschwestern und andere Helfer sind einheimisches Personal. Die medizinische Situation in der Region ist noch immer schlecht. Trotz allem sind kleine Erfolge langsam sichtbar, und der Friedensschluss vom Januar 2005 nährt die Hoffnung auf eine weitere Verbesserung. Was 1999 als kleine Krankenstation begann, ist mittlerweile auch dank der Unterstützung unserer Spender ausgebaut worden. Feste Baracken sind entstanden, es gibt medizinische Geräte und die benötigten Medikamente. Noch immer geht es allerdings teilweise sporadisch zu. So gibt es noch keine komplette Stromversorgung. Der Kühlschrank, in dem manche Medikamente gelagert werden müssen, und das elektrische Mikroskop werden mit Hilfe von Solarenergie gespeist.

- Hoffnungszeichen-Geschäftsführer Reimund Reubelt (rechts) bei einer Hilfsgüterverteilung.
Gesundheitsprogramm und Weiterbildung
Im Vordergrund der Arbeit des Krankenhauses steht natürlich die Heilung der Patienten. Die am häufigsten auftretenden Krankheiten sind unter anderem Malaria, Infektionen sowie Haut- und Augenkrankheiten. Wichtig ist aber auch, durch die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung die Entstehung von Krankheiten möglichst zu verhindern. Jeden Tag versuchen deshalb die Mitarbeiter im Fatima-Krankenhaus, ihre Patienten in den Umgang mit Moskitonetzen und sauberem Trinkwasser einzuweisen. Auch die Notwendigkeit von Schutzimpfungen für Kinder und die Möglichkeit, mangelernährte Kleinkinder durch Spezialnahrung aufzupäppeln, werden den Menschen nahe gebracht. Ein spezielles „Fütterungszentrum“ kümmert sich um die kleinen, durch Unterernährung geschwächten Kinder.

- Kein Grund zu weinen! Aber die Angst vor dem Arzt kennt wohl jedes Kind.
Auch auf die Krankheit Lepra ist das Fatima-Krankenhaus spezialisiert – als einziges im ganzen nördlichen Gebiet des Distrikts Bahr-el-Ghazal. Die Behandlung von Tuberkulose erfolgt hier ebenfalls. Das erfordert eine kontinuierliche Weiterbildung der Krankenschwestern und anderen Helfer.

- Vom Leben gezeichnet – eine alte Frau in Gordhim.
Grundlegende medizinische Ausstattung
Um Krankheiten diagnostizieren und behandeln zu können, sind eine medizinische Grundausstattung wie ein Mikroskop und Testmaterial notwendig. Dreimal jährlich kommt zudem ein mobiles Team, das auch chirurgische Eingriffe durchführen kann. Der Andrang der Patienten ist an diesen Terminen hoch, denn der nächste Ort, an dem schwierige chirurgische Eingriffe vorgenommen werden können, ist das Hospital in Rumbek – hunderte Kilometer von Gordhim entfernt. In Notfällen, die die Möglichkeiten des Fatima-Krankenhauses übersteigen, können Patienten auch nach Lokichoggio in Kenia ausgeflogen werden – wenn gerade ein Flugzeug auf der staubigen Landepiste steht, das vielleicht Hilfsgüter gebracht hat. In dem ausgeräumten Lagerraum liegt der Patient dann auf einer Decke, nachdem er mühsam in die Maschine bugsiert wurde.

- Viele Patienten müssen stundenlange Fußmärsche auf sich nehmen, um das Krankenhaus zu erreichen.
Um diese dringend notwendige medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten und weiter auszubauen, ist unsere Unterstützung notwendig. Wir möchten mit der Hilfe unserer Spender die Versorgung des Fatima-Krankenhauses mit Medizin und Verpflegung sicherstellen. Zudem müssen die Laborausrüstung und das Solarsystem finanziert und instand gehalten werden. Wir wollen mit dieser Hilfe erreichen, dass das Krankenhaus in Fatima weiter so hervorragend arbeiten kann und dass die Bedingungen für Patienten und Pflegepersonal weiter verbessert werden.










