Sudan - Hilfe für hungernde Kinder

Viele unterernährte Kinder werden im Ernährungszentrum in Mapuordit fachkundig betreut. Die Erfolge sind groß, aber unsere Hilfe ist notwendig, um das Ernährungsprogramm fortsetzen zu können.

 

Still und abwartend sitzt Maria Yago auf einem Bett des Krankenhauses in Mapuordit. Sorgfältig schauen sich ein Arzt und ein Ernährungsexperte ihre sechs Monate alte Tochter Agana Jima an. Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass das kleine Mädchen extrem unterernährt ist. Ihre Ärmchen sind so dünn, dass man sie mit seinen Fingern umfassen kann. Jede Rippe zeichnet sich deutlich unter der spröden Babyhaut ab. Sie wirkt apathisch und sehr schwach. Das schlimmste sind die geschwollenen Beinchen des Mädchens. Durch die Mangelernährung haben sich Ödeme – Wasserablagerungen im Gewebe –  gebildet.

 

 

Die kleine Agana Jima bei ihrer Ankunft im Krankenhaus. Sie ist extrem unterernährt und wird sofort in das Ernährungsprogramm aufgenommen. Nach einigen Wochen hat sie deutlich an Gewicht zugenommen. Aber eine Ernährungstherapie dauert oft Monate.

Die Mutter ist zu schwach, um ihr Kind zu ernähren

Schüchtern erzählt Maria Yago dem Arzt, dass sie alles getan hätte, um ihr Kind richtig zu ernähren. Aber sie hätte nicht genügend Milch gehabt. Der Arzt sieht sofort, dass auch die Mutter nicht gesund ist und geschwächt wirkt. Es kann ihr auch beim besten Willen nicht möglich sein, ihr Kind ausreichend zu stillen.

Maria Yago hatte, als ihr Baby immer dünner wurde, zunächst ihre Mutter um Hilfe gebeten. Gemeinsam versuchten sie, der kleinen Agana Jima zu helfen. Als das Mädchen aber immer mehr abnahm, schickte die Mutter ihre Tochter und ihr Enkelkind ins Krankenhaus. Gerade noch rechtzeitig – denn hier kann Agana Jima im Rahmen eines speziellen Ernährungsprogramms endlich fachkundig aufgepäppelt werden.

Als erstes wird sie genau gewogen und gemessen. 2,6 Kilogramm wiegt sie mit ihren sechs Monaten – bei einer Größe von 52,5 Zentimetern nur 70 Prozent eines normalen Gewichtes. Der Arzt stellt ihr eine Erstversorgung mit Vitaminen und Medikamenten zusammen. Aber das wichtigste ist die Ernährung. Neben der Muttermilch bekommt die kleine Agana Jima regelmäßig auch ein zusätzliches Milchprodukt. Schon nach einigen Wochen ist der erste Erfolg zu sehen: Die Ödeme bilden sich zurück. Und kurz darauf beginnt Agana auch endlich, langsam zuzunehmen.

 

 

Auch die dreijährige Nyabiling Achol braucht bei ihrer Ankunft im Ernährungszentrum dringend Hilfe – sie wiegt nur 6,8 Kilogramm.
Nyabiling nach ihrer monatelangen Therapie: Ein gekräftigtes und normalgewichtiges Mädchen verlässt sie das Ernährungsprogramm.

Ein kleines Mädchen wird gesund

Auch die dreijährige Nyabiling Achol sieht sehr abgemagert aus, als sie ins Ernährungsprogramm aufgenommen wird. Das erste Wiegen und Messen ergibt, dass sie nur 6,8 Kilogramm wiegt – weniger als 60 Prozent eines normalen Körpergewichts. Sie ist noch schlimmer betroffen als Agana Jima. Ihre extreme Unterernährung hat sich auf ihre Gesundheit ausgewirkt. Ihre Muskeln konnten sich nicht richtig entwickeln, und Haut und Haare sind durch den Nahrungsmangel stark geschädigt. Auch ihre Augen und ihr Knochenbau sind in Mitleidenschaft gezogen. Nyabiling ist vor Schwäche nicht fähig, allein zu laufen.

Der Arzt handelt sofort. Auch Nyabiling bekommt eine umfangreiche Dosis an Medikamenten – allem voran Vitaminpräparate. Hinzu kommt eine ausgewogene Ernährung, bestehend aus Milchprodukten und der nährstoffreichen Nahrungsmischung Unimix. Nyabiling isst mit gutem Appetit. Schon nach wenigen Tagen ist das Mädchen fähig, allein aufzustehen und sich am Bett oder am Tisch festzuhalten. Ihre Mutter bekommt eine Schulung darüber, wie sie ihr Kind richtig ernähren kann. Sie meint es am Anfang zu gut und gibt Nyabiling zu viel Nahrung. Der Ernährungsberater erklärt ihr, dass dies dem Mädchen mehr schadet als nützt. Kinder, die so extrem unterernährt sind, müssen vorsichtig wieder an normales Essen gewöhnt werden.

Nyabilings Genesung schreitet nur langsam voran. Immer wieder gibt es Rückschläge; sie bekommt Fieber, verliert wieder Gewicht. Mit einer unglaublichen Stärke kämpft Nyabiling um ihr Leben.  Immer wieder erholt sie sich aufs Neue, und ihr kleiner Körper legt langsam an Gewicht zu. Ihre Ernährung wird nach und nach angepasst. Zum Unimix bekommt sie nun auch Gemüse und Reis, manchmal etwas Fleisch. Geduldig wird sie von ihrer Mutter gefüttert, oft unter Aufsicht der Ernährungsexperten. Und das kleine Mädchen, das am Anfang so schwach war und nur weinte, gesundet nach und nach. Sie nimmt langsam zu, und die Vitamine tragen dazu bei, dass sich Haut, Augen und Knochen allmählich ein wenig erholen.

 

Dieses Programm wollen wir weiter unterstützen!

Die Erfolge des Ernährungsprogramms in Mapuordit sind so überzeugend, dass wir unsere Unterstützung unbedingt fortsetzen wollen. Der Hunger ist nach wie vor eines der größten Probleme im Südsudan, und viele Kinder in der Region sind von Unterernährung betroffen. Hier im Ernährungszentrum können wir ihnen helfen – so wie Agana Jima und Nyabiling Achol.

 

 

 

 

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