Monatsmagazine - 2012
Magazin 05/2012
Südsudan: „Als der einjährige Paulo zu uns ins Krankenhaus kam, war er fiebrig, ausgetrocknet und ausgezehrt“, erinnert sich Makur John Ater noch genau. Der Südsudanese leitet das Ernährungsprogramm im Mary- Immaculate-Krankenhaus in Mapuordit. Aus dem Gespräch mit der Mutter Akol erfuhr er, wie es zu Paulos schlechtem Zustand kommen konnte. „Sie erzählte mir, dass Paulo plötzlich wässrigen Durchfall hatte und sich erbrechen musste. Als er nicht mehr aß und immer mehr abnahm, erkannte sie, dass ihr Sohn ernsthaft krank sein musste.“ In großer Sorge trug die Mutter ihren Zweitältesten den Weg vom Dorf Akor nach Mapuordit.PDF ansehen
Magazin 04/2012
Sahelzone: Es wird Abend und die Mutter macht Feuer, um das Abendessen zu kochen. Sie setzt einen Topf auf das Feuer. Die nächsten Stunden rührt sie im Topf und tut so, als sei in ihm mehr als nur Wasser. „Wann essen wir, Mama?“, so die andauernden Fragen der Kinder. Sie sagt darauf: „Ich koche ja schon, aber es ist noch nicht fertig. Ihr müsst euch noch ein wenig gedulden.“ Nach einer Weile werden die Kinder müde und schlafen ein. Ohne Essen! Dann nimmt die Mutter den Topf wieder vom Feuer und macht es aus. Sie fühlt sich schrecklich, ihre Kinder belogen zu haben, doch sie hat keine Lebensmittel mehr und weiß auch nicht, woher sie welche nehmen soll.
Magazin 03/2012
Simbabwe: „Es war schwer für mich, täglich das Essen für meine drei Enkelkinder zuzubereiten. Ich hatte einfach nicht genug Lebensmittel“, erzählt mir Joyce Mashizha bei meinem Besuch in der Region Midlands in Zentral-Simbabwe. Die 52-Jährige lebt mit ihren drei Enkelkindern in einer kleinen Hütte im Dorf Chinamasa. „Außer dem täglichen Maismehl gab es lediglich manchmal ein paar Tomaten, mal ein Ei oder ein Stückchen Hühnerfleisch“, berichtet die leidgeprüfte Frau weiter. Ihr Mann und ihre Tochter sind an der Immunschwächekrankheit AIDS gestorben. Seitdem kümmert sich Frau Mashizha um die kleinen Mädchen. Der Vater der Kinder arbeitet in einer Fabrik in der Hauptstadt Harare. (...)
Magazin 02/2012
Südsudan/Duong: In einer Lehmhütte im Dorf Duong liegt eine junge schwangere Frau auf ihrer Matte. Nyalok Ruok Lam ist erst 20 Jahre alt und bekommt bald ihr erstes Kind. Ihre Nachbarin sitzt neben ihr und hält ihre Hand. Schon am Vormittag kamen die ersten Wehen. Immer häufiger überkommen sie die Schmerzen. Auch die Abstände der Wehen werden kürzer. Sie rauben ihr jedes Mal den Atem, so dass sie sich kaum noch rühren kann. Einen Moment lang kann sie kurz verschnaufen. Die warme Luft von draußen weht ihr über das Gesicht. Was soll sie tun? Sie ist sich nicht sicher. In den vergangenen Tagen hat sich die Nachricht herum gesprochen, dass die Mutter-Kind-Station in der Hoffnungszeichen-Buschklinik bald eröffnet wird. [...]
Magazin 01/2012
Südsudan: Im Schatten der Buschklinik in Duong sitzt die junge Rebecca Nyalawa und lehnt sich an einen Zaun. Sie scheint erschöpft von dem kilometerweiten Fußweg durch wildes Buschland. Nun ist sie froh, die Klinik erreicht zu haben. In ihrem Arm liegt ihre kranke Tochter, die vor sich hin wimmert. Die kleine Martha Nyador ist schrecklich abgemagert. Ihre Kleider sind schmutzig und zerlumpt. Sorgenvoll streicht die Mutter ihrer 5-jährigen Tochter über den Kopf. Als der Klinikleiter Amos Gichaba die Mutter zu sich ruft, erzählt sie ihm verzweifelt: „In den letzten Wochen war Martha immer wieder krank, schwere Hustenanfälle machten ihr zu schaffen. Die Schmerzen in ihrer Brust wurden für sie unerträglich. Sie magerte immer mehr ab.“ Martha befand sich in einer Abwärtsspirale: Je schwächer sie wurde, umso anfälliger wurde ihr ausgezehrter Körper für Infektionen. So verlor sie Tag für Tag an Gewicht. Ihr Körper konnte sich kaum noch gegen die Krankheit wehren.











