Monatsmagazine - 2008

Magazin 12/2008

Eine junge, verhärmte Frau sitzt an die Mauer eines Gebäudes gelehnt im Schatten. Sie hat die Augen geschlossen, ihr rotes Kleid ist zerlumpt und schmutzig. Ihre nackten Füße sind ganz weiß vom Staub, die Haut von Dornen zerkratzt. Man sieht ihr an, dass sie sehr erschöpft ist. Kilometerweit hat sie ihr Kind hierher getragen, nach Marial Lou. Das kleine Mädchen, das sie in ihren Armen hält, schläft. Aber ein normaler, gesunder Kinderschlaf ist das nicht, denn auf den ersten Blick sieht man, dass dieses kleine Kind krank vor Hunger ist. Die Ärmchen sind auffallend dünn, die Haare ausgebleicht, und der Bauch ist aufgebläht. Diese Mutter sucht Hilfe für ihr Kind – hier im Hospital in Marial Lou. Und sie ist nicht die Einzige.

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Magazin 11/2008

 

„Schnell, packt alle mit an! Wir müssen den Damm verstärken, bevor das Wasser weiter ansteigt“, ruft Jhantu Giri. Sofort bilden die umstehenden Inselbewohner eine Kette hinter dem Dorflehrer. Jeder packt mit an. Zügig werden gebrannte Ziegel, mit Erde gefüllte Plastiksäcke und starke Äste weitergereicht. Die Handgriffe wirken geübt  –  nicht zum ersten Mal versuchen die Bewohner der Insel Baradapur, sich vor einer drohenden Flutwelle zu schützen. Die Menschen sind besorgt: Wird er Schutzwall diesmal halten?

 

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Magazin 10/2008

 

„Mein Vater starb, als ich sehr jung war. Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wie er aussah“, erzählt der 21-jährige Benson Dakpiat. Er spricht leise, sein Blick schweift immer wieder ab. Benson beobachtet einen Augenblick die spielenden, lärmenden Kinder auf dem Schulhof, dann fährt er fort: „Meine Mutter und wir hatten viele Sorgen und Probleme während des Krieges. Es war sehr schwierig, Nahrung zu finden, während wir uns im Busch versteckt hielten. 2005 starb meine Mutter dann. Ich blieb mit meinen beiden Schwestern allein.“

 

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Magazin 9/2008

 

Wie Einsamkeit sich anfühlt, weiß Joseph Meri nur zu genau. „Seit einem Jahr habe ich meine Familie weder gesehen noch mit ihr sprechen können“, berichtete der 38-Jährige im Mai 2008 unserem Hoffnungszeichen-Mitarbeiter Bonaventure Kawino. „Meine Frau ist mit unseren sechs Kindern in unserer Heimat, Kapoeta, geblieben, 850 Kilometer von hier entfernt.  Dorthin wäre ich eine Woche unterwegs. Ich denke oft an sie, frage mich, wie es ihnen geht. Und auch sie wissen nicht wie es mir geht, wissen nicht, dass ich krank bin.“ Vor über einem Jahr kam er in die kleine Ortschaft Nyamlel und suchte Arbeit. In der Hoffnung kam er, seine Familie ernähren zu können. Doch dann kam alles anders.

 

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Magazin 8/2008

 

Ängstlich und schüchtern lugt die achtjährige Mirjam Yusuf Ali*  hinter dem Rücken ihrer Mutter hervor als Hoffnungszeichen-Menschenrechtsexperte Klaus Stieglitz mit ihrer Mutter, Rebecca Ibrahim Kurshu* spricht. Nur langsam fasst das kleine Mädchen etwas Vertrauen. Es sind die schrecklichen Erlebnisse jener Nacht im Januar 2008, die das einst lebenslustige kleine Mädchen so verändert haben. Rebeccas Augen sind starr, als sie ihre Geschichte erzählt; in ihnen spiegelt sich die Angst des Überfalls wider. „Sie kamen in den späten Abendstunden. Sie kamen zu Fuß und in Autos. Sie töteten die meisten Bewohner des Dorfs mit ihren Gewehren. Sie haben das Dorf in Brand gesteckt. Wir waren alle auf uns allein gestellt, ich nahm meine Kinder und lief weg. Sie schossen auch auf mich.“

 

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Magazin 7/2008

 

Das Gesicht vor Schmerzen verzogen, quält sich der etwa 25-jährige Sudanese an Krücken über den Innenhof. Gespannt beobachtet Samson Okware, der Orthopädietechniker, die Gehversuche seines Schützlings mit der neuen Beinprothese. Eine Beinprothese so anzupassen, dass der Träger schmerzfrei damit laufen kann, ist ein langwieriger Prozess. Samson Okware sieht schon nach wenigen Schritten des Patienten, dass er hier nachbessern muss. Er winkt den jungen Mann zurück. Erleichtert lässt sich dieser auf einer der Bänke im Innenhof nieder. Vorerst ist er froh, die Prothese wieder los zu sein. Später, wenn sie perfekt sitzt und die Schmerzen der ersten Gehversuche verschwunden sind, wird man nicht mehr merken, dass er eine Prothese trägt.

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Magazin 6/2008

 

Ein Mann schleppt mühsam zwei Wasserkanister durch ein Trümmerfeld von umgestürzten Holzhütten und entwurzelten Bäumen. Langsam bewegt er sich, vorsichtig, damit auch kein Tropfen des kostbaren Wassers herausschwappt. Die Holzstange, an der er die beiden Kanister befestigt hat, ächzt auf seiner Schulter. Der Mann ist weit durch sein zerstörtes Dorf gelaufen, um an einer intakten Leitung sauberes Wasser für seine Familie zu besorgen. Es herrscht an diesem Tag, 48 Stunden nach dem Sturm, eine fast gespenstische Stille in seinem sonst so lebhaften Dorf. Viele seiner Nachbarn kamen bei dem schrecklichen Wirbelsturm ums Leben, und viele sind noch verschollen.

 

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Magazin 5/2008

 

Jeden Tag ging Alfred Matei Acijok vom Stamm der Ajuong auf sein Feld und sah nach, wie sich die Ernte entwickelt. Einmal in der Woche ging er auf den Markt im Dorf. Hier tauschte er das, was seine Familie von der kargen Ernte entbehren konnte, gegen Nahrung, Kleidung oder Ackergeräte ein. Je nachdem, was die Familie dringend benötigte. Seit dem Tod seines Vaters musste er alleine für sich und seine blinde Mutter sorgen. Es war ein beschwerliches Leben, aber Alfred war zufrieden, bis zu dem Tag im Jahr 1997, der sein Leben völlig veränderte – der Tag, an dem er begann zu erblinden.

 

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Magazin 4/2008

 

Die Menschen warten. Die „Wartezimmer“ – einfache Lehmhütten auf dem staubigen Vorhof des Behandlungszimmers – sind schon am frühen Morgen überfüllt. Geduldig warten die Menschen, die teilweise einen stundenlangen Weg hinter sich haben, bis sie an der Reihe sind. Es wird gelacht und geschwatzt, Kinder laufen umher. Aber bei einem genaueren Blick in die Gesichter der Menschen sieht man die Erschöpfung, die Müdigkeit und die Schmerzen, die viele von ihnen erdulden. Einigen der Patienten ist mit einfachen Medikamenten zu helfen, viele andere aber brauchen zeitaufwändige Behandlungen und Therapien, weil sie schwere Krankheiten wie beispielsweise Tuberkulose (TBC) haben. Den meisten gemeinsam ist, dass sie zudem auch durch unzureichende Ernährung geschwächt sind.

 

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Magazin 3/2008

 

Hawaia Adam Tokor sitzt gemeinsam mit anderen Frauen im Halbschatten auf dem Boden. Liebevoll und mit sicherem Griff hält sie einen kleinen Jungen auf ihrem Schoss. Sie hat für eine Frau ungewöhnlich große Hände. „Ich bin Hebamme“, erzählt sie mir. Freundlichkeit und Geborgenheit strahlen von der 40-jährigen Sudanesin aus. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Kleine entweder ihr Sohn oder ihr Enkelsohn ist. Traurigerweise täusche ich mich: „Alle meine neun Kinder sind  tot. Sie sind, kurz nachdem ich sie auf die Welt gebracht habe, nacheinander gestorben. Weshalb, weiß ich nicht.“  Die Offenheit, mit der mir Hawaia Einblick in ihre leidvolle Familiengeschichte gewährt, berührt mich.

 

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Magazin 2/2008

Auf der Flucht im eigenen Land: Nach den chaotischen Präsidentschaftswahlen am 27. Dezember 2007 waren in Kenia heftige Unruhen ausgebrochen, die nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) mehr als 250.000 Menschen in die Flucht aus ihren Heimatstädten trieb. Rund die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder. In den schlimmsten von den Unruhen betroffenen Regionen im Westen Kenias sind nach Schätzungen rund 50.000 Kinder sowie 5.600 Schwangere oder stillende Mütter von Mangelernährung betroffen. Die Menschen fliehen in Regionen meist außerhalb der großen Städte, die zwar sicher sind, in denen ihnen aber jegliche Lebensgrundlage fehlt. Dringend benötigt werden Unterkünfte, sauberes Wasser, Lebensmittel und Medikamente.

 

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Magazin 1/2008

Wenn die Kinder auf den großen, ungepflasterten Hof der Schule in Marial Lou in der Diözese Rumbek im Südsudan stürmen, wirbelt der Staub auf. Trocken und heiß ist die Luft, und Fliegen summen in der Mittagshitze. Die Kinder, von denen viele eine einfache grüne „Schuluniform“ tragen, stört das alles wenig, denn jetzt beginnt für sie die wichtigste Tageszeit: Die Mittagspause. Vor der strohgedeckten Hütte, in der die Köchin das Essen in einem großen Kessel über offenem Feuer kocht, stehen schon die blauen, roten oder orangefarbenen Schüsseln aufgereiht. Die Kinder ziehen sich mit ihren Schüsseln in Grüppchen an ihre Lieblingsplätze auf dem weitläufigen Schulgelände zurück. Einen Speisesaal gibt es nicht. Wichtig ist allein, dass es überhaupt etwas zu essen gibt.

 

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Ägypten

Genaue Beobachtung verdient für Volker Kauder (CDU) die Lage der Christen in Ländern, in denen islamische Kräfte nach dem „Arabischen Frühling“ ein größeres Gewicht bekommen haben. So soll im politischen Dialog mit Ägypten um die gewünschte wirtschaftliche Zusammenarbeit auch die Religionsfreiheit thematisiert werden. (Quelle: KNA)
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