Sudan - Wo Kranke Hilfe finden

Die Schule und die Krankenstation in Lomin im Südsudan sind für viele Menschen ein guter Grund, sich in der Region anzusiedeln. Dadurch wird unsere Hilfe mehr denn je gebraucht.

 

Die kleine Sapana wartet mit ihrer Mutter darauf, ins Behandlungszimmer gerufen zu werden.
Die kleine Sapana wartet mit ihrer Mutter darauf, ins Behandlungszimmer gerufen zu werden.

Mit einer Mischung aus Neugier und Vorsicht schaut die kleine Sapana vom Schoß ihrer Mutter herauf in die Kamera. Die rechte Wange ihres kleinen Gesichts ist von einem riesigen Pflaster bedeckt. Ein schmaler Schlauch verschwindet in ihrem Nasenloch. Trotzdem scheint sich die Kleine, an ihre Mama gekuschelt, recht wohl zu fühlen, und ihre Neugier wächst. Die große Kamera ist aber auch zu interessant – eine Abwechslung für Mutter und Kind während der Zeit, in der sie darauf warten, dass sie in den Behandlungsraum gerufen werden.

 

 

Comboni-Schwester Adela Gonzales untersucht einen kleinen Patienten.
Comboni-Schwester Adela Gonzales untersucht einen kleinen Patienten.

16.000 Patienten finden Hilfe

Sapana ist  eine der rund 16.000 Patienten, die die Krankenstation in Lomin im Südsudan jährlich betreut. Geführt wird die Station, wie auch die nahe gelegene große Schule, von Comboni-Missionaren und -Schwestern. Nur drei weitere Krankenstationen gibt es im ganzen Distrikt Kajo-Keji.

Die meisten unserer Patienten sind Kinder unter drei Jahren“, erklärt Schwester Adela Gonzales, während sie die Atmung eines kleinen Patienten mit dem Stethoskop prüft. „Die meisten leiden an Malaria, Atemwegsentzündungen, Unterernährung und Hautkrankheiten.“ Der kleine Patient hat Glück – heute war er mit seiner Mutter zur Abschlussuntersuchung hier. Schwester Adela legt das Stethoskop zur Seite. Sie erklärt der Mutter, dass ihr Kind wieder ganz gesund ist. Glücklich bedankt sich die Frau bei der Schwester und macht sich mit ihrem Kind auf den Heimweg. Dreieinhalb Stunden lang wird sie zu Fuß mit ihm unterwegs sein. Aber die Anstrengungen des langen Weges haben sich gelohnt, denn ohne die Betreuung in der Krankenstation wäre der Kleine nicht so schnell wieder gesund geworden.

Auch viele erwachsene Patienten suchen bei Schwester Adela und den anderen Mitarbeitern der Station Hilfe. Ein Mann, der nachts in seiner kleinen Hütte im Schlaf von einer Kobra gebissen wurde, ist Schwester Adelas nächster Patient. Gäbe es die Krankenstation nicht, müsste er wahrscheinlich sterben oder würde bestenfalls gelähmt sein, denn Kobragift greift das zentrale Nervensystem an und verursacht auf diese Weise Atem- oder Herzstillstand. Da er aber in der Nähe der Station wohnt und hilfsbereite Nachbarn ihn sofort hierher brachten, konnte ihm schnell geholfen werden. Schwester Adela hat ihm ein Gegenmittel verabreicht und die Bisswunde professionell versorgt.

 

Comboni-Schwester Hundetu und eine ihrer kleinen Schutzbefohlenen.
Comboni-Schwester Hundetu und eine ihrer kleinen Schutzbefohlenen.

Rückkehrende Flüchtlinge sind oft unterernährt

Auch nach Lomin kehren nach und nach Menschen zurück, die in den Zeiten des schlimmen Bürgerkrieges geflohen waren. Viele der mittlerweile über 10.000 Rückkehrer kommen in die Krankenstation, weil sie beispielsweise an Wurmbefall leiden. „Das ist eine Folge der schlechten hygienischen Situation in vielen Flüchtlingslagern, und davon, dass diese Menschen verschmutztes Wasser trinken mussten“, sagt Schwester Adela. Aber auch Unterernährung ist nach wie vor ein großes Problem, vor allem bei den Rückkehrern. In erster Linie sind Kleinkinder davon betroffen. Mit der kalorien- und proteinreichen Spezialnahrung Unimix werden die Kinder langsam wieder auf Normalgewicht gebracht.

 „Die Anzahl unserer Patienten ist durch die vielen Rückkehrer in den letzten Jahren stark angestiegen. Waren es 2003 noch rund 9.000, hatten wir im Jahr 2004 schon über 13.000“, sagt Schwester Adela mit Blick in die sorgfältig geführten Patientenstatistiken. Die große Schule und die Krankenstation sind für viele Menschen der Anlass, sich in und um Lomin niederzulassen. Die Schwestern freuen sich darüber. Immer mehr Hütten werden in den Dörfern rund um Lomin gebaut, immer mehr Familien kommen in die Region. Felder werden wieder bestellt, es wird wieder Handel getrieben. Krankenstation und Schule stellen für die Menschen eine Verbesserung ihrer Lebensqualität dar. Eine Krankenstation in „unmittelbarer“ Nähe zu haben, bedeutet zwar für viele noch immer, dass sie stundenlang viele Kilometer zu Fuß zurücklegen müssen, um behandelt werden zu können. Aber selbst das ist für viele Sudanesen nicht selbstverständlich.

Um diese Arbeit weiterführen zu können, brauchen die Schwestern in Lomin weiterhin unsere Unterstützung. Wir wollen in diesem Jahr den Kauf von Medikamenten und die Anschaffung und Wartung von medizinischen Geräten finanzieren.

 

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