Indien – Eine Chance für Mädchen und Frauen
Ein kleines Hoffnungszeichen inmitten des Slums hat die Deutsche Cecilia Sircar mit dem Lake Gardens Frauen und Kinder Zentrum (LGWCDC) vor über zehn Jahren gesetzt. Durch Schul- und Berufsausbildung zeigt sie den Mädchen und Frauen einen Weg aus dem Elend auf.

- Lernen in allen Bereichen – auch durch gestalterisches Spiel.
Die gesellschaftliche Unterschicht Indiens ist immer noch von einem veralteten Rollenbild geprägt. Mädchen gelten als wertlos. Häufig sind es aber die Frauen und Mädchen, die den Lebensunterhalt der Familien sichern. Viele Männer sind arbeitslos und kümmern sich nicht um ihre Familien. Alkoholismus, Drogen und Gewalt sind an der Tagesordnung.
Unsere Projektpartnerin Cecilia Sircar, eine deutsche katholische Sozialarbeiterin, die schon seit Jahrzehnten in Indien lebt, verfolgt das Ziel, den stark benachteiligten Mädchen und Frauen zu helfen – besonders in dem Slum „Lake Gardens“ in Kalkutta, wo die Benachteiligten der Gesellschaft, die Flüchtlinge und Kastenlosen, leben. Vor mehr als zehn Jahren gründete sie das „Lake Gardens Frauen und Kinder Zentrum“ in Kalkutta. Es umfasst unter anderem drei Schulen für Mädchen und junge Frauen.

- Die Frauen tragen die Hauptlast der Familienversorgung in Indien – trotzdem werden sie oft als „wertlos“ betrachtet.
Vorschule und die Schulbildung sind wichtige Grundpfeiler der Arbeit. Schon im Kindergarten- und Vorschulalter müsste den Mädchen Selbstvertrauen, Kreativität, Selbstständigkeit und Eigeninitiative beigebracht werden, damit sie später auf eigenen Füßen stehen können. Am Vormittag werden die Mädchen im Vorschulalter betreut und gezielt auf die Schule vorbereitet. Es werden Fächer wie Mathematik, Englisch, Rechtschreibung und Kunst unterrichtet. Nach dem Wechsel auf eine staatliche Schule erhalten die Mädchen gezielten Nachhilfeunterricht im Zentrum. Um regelmäßige Mahlzeiten zu gewährleisten, gibt es jeden Tag ein warmes Essen. Da die Eltern meist das Geld für Bücher und Schulmaterial nicht aufbringen können, übernimmt das Zentrum die Kosten. Wenn nötig, wird finanzielle Unterstützung gewährt, um den Besuch einer weiterführenden Schule sicher zu stellen. Das große Ziel ist es, dass die Mädchen möglichst lange eine Schule besuchen und weiterführende Abschlüsse erhalten.

- Lernen macht Freude! Die Schule ist für viele Mädchen der einzige Ort, an dem auf ihre Begabungen und Fähigkeiten eingegangen wird.
Die älteren Mädchen unterrichten nach einem speziellen Training die jüngeren. Das spart nicht nur viel Geld, sondern ist auch äußerst effektiv für alle Beteiligten. Die jungen Frauen übernehmen Verantwortung, wenden ihr Wissen in der Praxis an und werden respektiert. Die kleinen Mädchen sehen an ihrem Beispiel, dass Bildung der Weg in ein besseres Leben sein kann.

- Dem Elend der Slums entrinnen nur wenige. Eine gute Schulausbildung legt in jedem Fall eine Basis dafür, dem Leben im Slum zu entkommen.
Frauen und Mädchen haben im Zentrum die Möglichkeit, eine staatlich anerkannte Berufsausbildung zu absolvieren. In Kursen werden Berufe wie Kosmetikerin, Kunsthandwerkerin, Krankenpflegerin oder Näherin angeboten. Nach Abschluss der Ausbildung können sie einen günstigen Kredit in Anspruch nehmen. Als Näherin können sie sich damit z.B. eine Nähmaschine, Stoffe und Farben kaufen.

- Viele Kinder erleben zu Hause Gewalt, Hoffnungslosigkeit und Armut.
Die Arbeit des Zentrums zeichnet sich durch eine wohldurchdachte Strategie, individuelle Hinwendung und hohe Sparsamkeit aus. Cecilia Sircar und ihre Mitarbeiter achten darauf, dass das Projekt überschaubar bleibt. Etwa 100 Mädchen im Alter von 3 bis 15 Jahren betreuen sie in ihren Häusern. Auf jedes einzelne Kind wird eingegangen. Hinzu kommen die Zusammenarbeit mit den Eltern, regelmäßige Hausbesuche, medizinische Betreuung und die Betreuung über den Aufenthalt im Zentrum hinaus. Keine der jungen Frauen soll wieder auf der Straße landen.










