Sudan - Kampf gegen Mangelernährung
In den drei von uns unterstützten Ernährungszentren im südlichen Sudan, darunter das Fatima-Krankenhaus in Gordhim, werden jährlich rund 550 mangelernährte Kinder behandelt.

- Die wartenden Mütter finden Hilfe für ihre kranken Sprößlinge im Fatima-Hospital in Gordhim. Viele Kinder leiden an akuter Mangelernährung.
- Seit Monaten sorgt sich Rebecca um ihr krankes, mangelernährtes Kind. Jetzt besteht für Akor endlich Hoffnung auf Genesung.
Rebecca Abuk Acot hatte die Hoffnung fast verloren. Ihre ganze Energie hatte die siebenfache Mutter in den letzten fünf Monaten fast nur darin gesteckt, ihrem Sohn Akor zu helfen. Immer dünner wurde der Anderthalbjährige, immer kränklicher. Als Rebecca schließlich ins Fatima-Hospital unserer Partnerorganisation Arkangelo Ali Association (AAA) in Gordhim kam, nahm sich der junge sudanesische Arzt Dr. Moses Gak Rech dem schwachen Kleinkind an. Sorgfältig überprüfte er Akors Gesundheitszustand, wog ihn und maß ihn: 6 Kilogramm schwer und 73 cm groß. Für einen Anderthalbjährigen also viel zu klein und viel zu dünn. Der Grund für die schwere Mangelernährung konnte der Arzt schon im Gespräch mit der Mutter erkennen: Akors Familie besitzt weder eigenes Land noch eigenes Vieh. Sein Vater ist zeitweise Lastwagenfahrer, von seinem Lohn kann die Familie mehr schlecht als recht leben. Oft hat er gar keine Arbeit und er sucht sich Gelegenheitjobs. Dann gibt es nur eine Mahlzeit täglich, wenn überhaupt. Auch diese besteht oft nur aus einer kleinen Portion Brei oder Früchten. Gerade Kinder in der Entwicklung aber brauchen Proteine, Vitamine, Kalorien – wenn all dies über längere Zeit ausbleibt, stellen sich schwere Schädigungen ein. Bei Akor aber kam noch hinzu, dass Dr. Moses bei ihm Tuberkulose diagnostizierte.
Das Klinikteam muss also an zwei Fronten kämpfen: Zum einen gegen die Tuberkulose, und zum anderen gegen die schwere Mangelernährung des Kindes. Der dritte und ebenso wichtige Punkt ist die Einbeziehung der Mutter. Ihr wird erklärt, mit welchen Zutaten und auf welche Weise sie auch zu Hause für Akor und ihre anderen Kinder gesunde Nahrung herstellen kann. Natürlich müssen ihr die Nahrungsmittel dafür gegeben werden, denn die Familie kann selbst zu wenig kaufen. Aber schon allein die Aufklärung über verschiedene Nahrungsmittel, Essenszeiten und Hygienemaßnahmen hilft den Müttern, ihre Kinder besser versorgen zu können. Akor bekommt nun neben der medikamentösen Behandlung der Tuberkulose auch jeden Tag Spezialnahrung, die seinen kleinen entkräfteten Körper wieder stärkt. Die Hilfe kommt gerade noch rechtzeitig und ist für zahlreiche weitere Kinder, die der ständige Mangel auszehrt, dringend nötig.

- Der junge sudanesische Arzt Dr. Moses Gak Rech wurde im Ausland ausgebildet und hilft nun mit, die Gesundheitsversorgung der Menschen in seiner Heimat zu verbessern.
Viel Erfolg schon für wenig Geld
„Spezialnahrung, ärztliche Behandlung, stationäre Betreuung, Schulung der Eltern“ – all dies klingt nach großem finanziellem Aufwand. Und natürlich ist es ein aufopfernder Dienst an den vielen Patienten, die in Gordhim und den anderen Ernährungszentren wochenlang therapiert werden. Aber schon wenige Euro können ein Kind wie Akor retten. Die Spezialnahrung Unimix beispielsweise, die er erhält, kostet in der zweimonatigen Behandlungszeit umgerechnet nur etwa 18 Euro. Verabreicht werden neben der Aufbau-Breinahrung auch Hochenergiekekse und Mahlzeiten aus landestypischen Zutaten wie Hirse oder Bohnen. Sobald die kleinen Patienten zu Kräften gekommen sind und ambulant weiter betreut werden können, können sie mit ihren Müttern heimkehren. Aber auch danach kümmern sich Nachsorgehelfer um den weiteren Genesungsprozess und besuchen bisweilen ihre Patienten auch in den entlegensten Winkeln.










