Schwerpunkt Südsudan – Bürgerkriege schaden den Menschenrechten

- Viele Menschen im Sudan kennen nichts anderes als jahrzehntelangen Krieg, Leid und Hunger. Aber auch der Frieden, der seit Januar 2005 herrscht, konnte noch nicht alle Probleme lösen.
Man kann die Menschenrechtslage im Sudan nicht verstehen, ohne die Konflikte im größten Land Afrikas zu begreifen. Von 1955 bis zum 9. Januar 2005 wütete im südlichen Sudan ein überaus grausamer Bürgerkrieg. Die Wurzeln dieses Bürgerkrieges reichen in der sudanesischen Geschichte weit zurück. Schon vor Erlangung der Unabhängigkeit des Sudans am 1. Januar 1956 fürchtete man im Südsudan, der Norden könnte den fruchtbaren und an Bodenschätzen reichen Süden in wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht dominieren.
Die Spannungen zwischen dem arabischen Nordteil des Landes und dem schwarzafrikanischen Süden mit seiner christlichen und animistischen Religionsprägung nahmen stetig zu. Im Norden wurde der islamische Fundamentalismus immer einflußreicher. Anfang der achtziger Jahre wurde das Friedensabkommen von Addis Abeba aus dem Jahr 1972 von der nordsudanesischen Regierung faktisch aufgekündigt. Dieses Friedensabkommen hatte den Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden des Landes für wenige Jahre entschärft.
Doch auch in dieser Zeit konnte eine gemeinsame Verständigungs- und Wertebasis zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des Sudan nicht hergestellt werden. Als der damalige Präsident Numeiri dann im September 1983 das sudanesische Rechtssystem reformierte, um die Landesgesetze in Einklang mit dem islamischen Recht der Scharia zu bringen, eskalierte die Situation. Rasch bildete sich eine Bewegung, die sich gegen das Ansinnen des Nordens, den Süden zu in politischer, ökonomischer und auch kultureller Hinsicht zu beherrschen, mit militärischen Mitteln zur Wehr setzte. Mehr als 2 Millionen Menschen fielen der Bestie Krieg zum Opfer. 4 Millionen Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben.
Am 9. Januar 2005 wurde in der kenianischen Hauptstadt Nairobi ein umfassendes Abkommen über die Beilegung des Konflikts im südlichen Sudan von der Regierung des Sudan und den SPLA-Rebellen unterzeichnet. Dennoch wird seither im Sudan weiter gekämpft.

- Menschen auf der Flucht: Viele Kinder wurden in Flüchtlingslagern geboren und haben den Frieden nie kennengelernt. Gerade für sie und ihre Zukunft in einem friedlichen Sudan müssen wir uns einsetzen.
Insbesondere in Darfur herrschen nach wie vor schwerste Kämpfe, die unsagbares Leid unter der unbeteiligten Zivilbevölkerung verursachen. Im Jahr 2003 rebellierten zwei (schwarzafrikanische) Rebellengruppen - die Sudanesische Befreiungsarmee (Sudan Liberation Army, SLA) und die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (Justice and Equality Movement, Jem) gegen die arabisch-dominierte sudanesische Regierung. Die Rebellen beschuldigten die Regierung, schwarzafrikanische Sudanesen zugunsten der arabischen Sudanesen zu unterdrücken. Im Gegenzug begann die Regierung einen Feldzug mit Luftbombardements und Bodenangriffen, durchgeführt mit Hilfe einer arabischen Miliz, den Dschandschawid.











