Kenia - Gnadenlose Dürre

Mehrere zehntausend Familien im Norden Kenias leiden unter einer verheerenden Dürre. Sie hungern. Hoffnungszeichen reagierte umgehend und organisierte einen Hilfstransport.

Der Hunger trifft zuerst die Schwächsten: Kinder. (Foto: AFP)
Der Hunger trifft zuerst die Schwächsten: Kinder. (Foto: AFP)

Millionen Menschen in Ostafrika hungern, ihre Tiere verenden und auf ihren Feldern wächst schon lange nichts mehr. Grund ist eine gnadenlose Dürre. Am Horn von Afrika sind zwei Regenzeiten ausgefallen. Somalia, Äthiopien und der Norden Kenias erleben das trockenste Jahr seit Jahrzehnten. Besonders trifft es die Bauern und Viehhirten auf dem Land. Aus dem Norden Kenias, der Diözese Lodwar, erreichte uns ein Hilferuf von Pater Paul Areman: „Unsere Pfarrei Lokori liegt in der trockensten Region Kenias. Es regnet hier so selten, und wenn es regnet, dann reicht das Wasser nicht aus, um die Felder zu bewirtschaften. Hinzu kommt, dass den Menschen hier die Tiere von einem anderen Stamm gewaltsam entrissen wurden und sie dadurch noch mehr in die Armut gedrängt worden sind. Hier sind so viele Menschen unterernährt.“ Die Menschen fühlen sich im Stich gelassen. Denn es fehlt nicht nur an Nahrungsmittel sondern auch an medizinischer Hilfe. Das nächste Krankenhaus ist 170 km entfernt. Viele Patienten sterben auf dem Weg dorthin. Frühestens wenn die nächste Regenzeit im Oktober wieder normal ausfällt, wird es den Bauern und Viehnomaden wieder möglich sein, sich aus eigener Kraft zu ernähren.

Reichhaltige Nahrungsmittelhilfe

Hunger und Krankheit stehen in einem engen Zusammenhang. Durch andauernde Mangelernährung entsteht ein hohes gesundheitliches Risiko. Das wirkt sich unmittelbar auf die Entstehung chronischer Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen aus. Dagegen hilft die gezielte Versorgung mit Lebensmitteln, die besonders reichhaltig an Proteinen, Vitaminen und Eisen sind. Hoffnungszeichen war es möglich, umgehend zu reagieren. So konnte ein Hilfstransport mit Nahrungsmitteln wie Reis, Bohnen und Hochenenergiekeksen in die betroffene Region geschickt werden. Unser kenianischer Mitarbeiter Bonaventure Kawino war vor Ort und führte die Hilfsgüterverteilung gemeinsam mit Pater Areman durch. 700 Personen konnten wir mit diesem ersten Transport erreichen. Doch wir möchten weitere Nahrungsmittel für die Menschen einkaufen und an sie übergeben. Denn die Not ist groß, sehr groß. Bedrückt berichtete uns Bonaventure Kawino nach seiner Rückkehr: „Ich fühlte mich nicht gut, mit dem Wenigen, was wir bringen konnten, denn ich sah wie viele Menschen kamen und noch Hilfe benötigten.“

Hoffnungszeichen möchte die Menschen während dieser ernsten Hungerkrise, die sich noch einige Monate hinziehen wird, nicht im Stich lassen. Die nächste Lieferung von 1.500 Hilfssäcken für 9.000 Menschen wird von der Kindernothilfe unterstützt.  Wir möchten die Versorgung möglichst vieler Menschen insgesamt bis etwa Oktober 2011 sicherstellen, denn dann sind frühestens wieder eigene Ernteerträge möglich.

Deshalb bitten wir auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Unterstützung. Ein 92 kg schwerer Hilfssack für eine sechsköpfige Familie kostet 89 Euro und versorgt Eltern und ihre Kinder für etwa 4 Wochen mit dem Nötigsten. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

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Haiti - Ein geborgenes Zuhause

Kinder leiden besonders unter den ärmlichen Verhältnissen in Haiti. Hoffnungszeichen hilft daher, ein neues Waisenheim zu errichten – ein nachhaltiges Projekt für eine bessere Zukunft.

Jemail und Strong (schlafend im Hintergrund) wurden auf einer Müllkippe ausgesetzt. Krank und verängstigt kamen sie zu Madame Maud.
Jemail und Strong (schlafend im Hintergrund) wurden auf einer Müllkippe ausgesetzt. Krank und verängstigt kamen sie zu Madame Maud.
Nach dem Erdbeben kamen 39 weitere Kinder ins Waisenheim. Die Kinder teilen sich die Betten.
Nach dem Erdbeben kamen 39 weitere Kinder ins Waisenheim. Die Kinder teilen sich die Betten.

Wie lange der zweijährige Strong schon auf der Müllkippe hauste weiß niemand. Zusammen mit seinem vierjährigen Bruder Jemail hat man ihn dort abgesetzt und zurückgelassen. Krank und ausgehungert brachte man die Kinder zu Maud Laurent. Madame Maud, wie sie hier genannt wird, war viele Jahre Sozialarbeiterin in Haiti. Auf den Straßen sah sie viele allein lebende Kinder und gründete daher das Waisenheim Notre Dame de Lourdes in Croixdes- Bouquets, einem Vorort der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Bei meinem Besuch vor Ort erzählt sie mir: „Offenbar wurden Strong und Jemail von ihren Eltern ausgesetzt. Nachbarn haben mich auf die beiden aufmerksam gemacht und so haben wir sie von der Straße holen können. Sie waren sehr krank und verängstigt, als sie zu mir kamen.“

Diese traurige Geschichte ist wahrlich kein Einzelschicksal. Viele Kinder sind in Haiti auf sich alleine gestellt. Madame Maud nahm daher mehr und mehr Kinder in ihrem Waisenheim auf. Vor dem Erdbeben im Januar des vergangenen Jahres waren es 52, dann aufgrund der großen Not nach der schrecklichen Katastrophe nahm sie weitere 39 Kinder auf. Diese Jungen und Mädchen sind Voll- oder Halbwaisen. Einige Eltern starben durch das Beben. Andere haben aus Überforderung ihre Kinder verlassen. Zurück bleiben verängstigte und verschlossene Kinder. Sorgenvoll berichtet Madame Maud weiter: „Während ich den Kindern zuhörte, begriff ich, dass sie nicht geborene Problemkinder waren, sondern sie durch ihre schwierigen Lebensumstände misstrauisch und verschlossen wurden. Ich sah es als meine christliche Pflicht an mich um sie zu kümmern, so nahm ich sie bei mir auf.“ Die engagierte Sozialarbeiterin kennt weitere traurige Details: „Einige der Jungen und Mädchen sind Kinder von Prostituierten. Ich sprach mit ihren Müttern, doch diese Frauen befinden sich selbst in einer so großen Notlage, dass sie ihren Körper für umgerechnet vier Euro verkaufen und nicht in der Lage sind, sich um ihre Kinder zu kümmern.“

Ray Arana, Bauleiter des Aufbauprojektes, und Madame Maud auf der Baustelle. Derzeit entstehen eine Bäckerei und der Aufenthaltsraum.
Ray Arana, Bauleiter des Aufbauprojektes, und Madame Maud auf der Baustelle. Derzeit entstehen eine Bäckerei und der Aufenthaltsraum.
Misstrauisch und verschlossen leben viele Kinder auf den Straßen Haitis. Es gilt, ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen ein neues Zuhause zu geben.
Misstrauisch und verschlossen leben viele Kinder auf den Straßen Haitis. Es gilt, ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen ein neues Zuhause zu geben.

Ein Bett zu dritt

Dies ist nicht das erste Waisenheim, welches ich auf meinen Projektreisen besuche. Und gerade deshalb fällt mir recht schnell auf, wie geordnet und ruhig es hier ist. Madame Maud betont stets, dass es sich hier nicht um ein Waisenhaus, sondern um ein Heim, ein Zuhause handelt. Die Kinder bleiben, solange sie Obhut benötigen. Hier erhalten sie Essen, Kleidung und Schulmaterialien. Auf die Frage, wie sie so viele Kinder betreuen kann, antwortet sie: "Ich habe Helfer, die fast rund um die Uhr das Essen zubereiten. Aber vor allem organisieren sich die Kinder selbst. Jedes ältere Kind übernimmt Verantwortung für ein Jüngeres. Sie lernen, sich gegenseitig zu achten und zu helfen, füreinander da zu sein.“ Zudem übernehmen die Kinder kleinere Tätigkeiten im Haushalt. Doch was noch fehlt, sind genug Räume. Die Not nach dem Erdbeben war so groß, dass viele neue Kinder hinzukamen, ohne dass ausreichend Platz vorhanden war. Ein Nachbarhaus konnte zwar angemietet werden, aber dennoch teilen sich die Kinder ein Bett zu zweit, einige auch zu dritt.

Ein neues Zuhause

Aus diesem Grund hilft Hoffnungszeichen dabei, ein neues Waisenheim zu errichten. Ein Heim, in dem die Kinder genügend Platz zum Spielen, Essen und Schlafen haben. Es wird eine eigene Bäckerei entstehen. Dort lernen die Kinder, ihr eigenes Brot zu backen und das Waisenheim kann zudem Geld durch den Verkauf der Brote erwirtschaften. Ray Arana, Bauleiter vor Ort, hat bereits mit dem Bau begonnen. Besonders stolz ist er auf dieses Projekt, denn er hatte bereits unmittelbar nach dem Erdbeben begonnen, ungelernte, arbeitslose Haitianer zu Maurern, Betonarbeitern und Bauhelfern auszubilden. Seit mehr als einem Jahr arbeitet er nun mit seiner „Mannschaft“ – wie er sie nennt – zusammen. Gemeinsam haben sie die Hoffnungszeichen-Projekt „Schulhütten in den Flüchtlingslagern“ im vergangenen Jahr durchgeführt. Er hat seinen Arbeitern zu einer Ausbildung verholfen, ihnen einen Job verschafft und so auch eine Perspektive für die Zukunft gegeben. Er betont: „Wenn wir eines Tages unsere Arbeit in Haiti beenden, werden diese jungen Männer etwas haben, was ihnen keiner mehr nehmen kann: ihre Fähigkeiten und ihr Selbstvertrauen. Und die Kinder werden ein tolles neues Zuhause haben.“

Um Kindern wie Jemail und Strong weiterhin sinnvoll zu helfen, bitten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, um weitere Unterstützung. Wir benötigen 50.000 Euro zur Errichtung der Schlafräume für 93 Jungen und Mädchen. Jede Spende hilft. Vielen Dank. 

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Ägypten

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