Vietnam – „Tierkredite“ und Mutter-Kind-Projekte
Um Menschen zu helfen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist, ihnen Geld in die Hand zu drücken. Doch das ist in aller Regel die schlechtere, vor allem dann, wenn es nichts zu kaufen gibt.
Unter dem Begriff „Kuhbank“ können sich sicher die wenigsten von uns etwas vorstellen. Doch dieses Projekt, welches wir in Vietnam unterstützen, verhilft vielen Familien zu einer Vollexistenz.

- Eine Kuh von der „Kuhbank“ – für diese Bäuerin der Grundstein für eine eigene kleine Viehzucht.
Unser langjähriger Partner Dr. Thomas Schmidt lebt mit seiner Familie schon seit Jahren in Vietnam und hat, auch mit unserer Unterstützung, mehrere sehr sinnvolle Projekte ins Leben gerufen – zum Beispiel die „Kuh-Bank“.
Statt eines Geldkredites erhält eine arme Familie eine Kuh als Leihgabe, quasi ein Kreditprogramm in Form von Kühen. Die Familie ist nun verantwortlich für die Kuh und kann sie als Arbeitstier für die Feldarbeit und als „Düngerlieferant“ verwenden. Sobald das erste weibliche Kalb geboren ist, muss dieses an die „Kuhbank“ zurückgezahlt werden, nachdem es von der Mutter entwöhnt ist.

- Auch Ernährungskurse unterstützt Hoffnungszeichen, um die Mangelernährung bei Kleinkindern zu bekämpfen.
Von diesem Moment an gehört die „Startkuh“ der Familie. Alle weiteren Kälber darf die Familie behalten. Das zurückgezahlte Kalb wird dann als „Startkuh“ an die nächste arme Familie weiter verliehen. Die Familien müssen ihr Tier gut pflegen und in regelmäßigen Abständen einem Tierarzt vorstellen. Als Nebeneffekt lernen die Bauern Verantwortung zu übernehmen, weil das erste neue Kalb gesund an die „Bank“ zurückgegeben werden muss, damit andere Familien ebenso in den Genuss eines „Kuhkredites“ kommen.

- Auf solchen sehr preiswerten Energiesparöfen können die Frauen in ihren Häusern gefahrlos und energiearm kochen.
Aber auch die Mutter-Kind-Projekte tragen nachhaltig zur Unterstützung der Landbevölkerung bei. Gemeinsam mit lokalen Gesundheitshelfern werden junge Mütter und ihre kleinen Kinder in so genannten „Mutter-Kind-Programmen“ auf richtige Ernährung und Hygiene geschult.
Gerade im ländlichen Vietnam herrschen durch mangelnde Bildung hervorgerufene teilweise gesundheitsgefährdende Überzeugungen bei den jungen Müttern. So glauben beispielsweise viele, dass eine besonders einseitige und reduzierte Ernährung während der Schwangerschaft eine leichte Geburt gewährleistet. Die Folgen davon können drastische Mangelerscheinungen bei Müttern und Kindern gleichermaßen sein.
Gegen solche und andere Vorurteile wird in den Kursen angegangen. Die jungen Frauen lernen gesund zu kochen, und sie bekommen auch Wissen über Krankheiten und Hygiene vermittelt. Der Erfolg dieses Einsatzes ist seit Jahren ungebrochen. Die Rate mangelernährter Kinder konnte deutlich reduziert werden. Unser Partner plant jetzt eine umfassende Auswertung dieses Projektes, die zusammen mit den örtlichen Gesundheitshelfern und den beteiligten Müttern durchgeführt wird.

- Das schmeckt! Gesundes Essen für die Kleinsten.
Die Mutter-Kind- und Kuhbank-Projekte werden nicht nur im Distrikt Chuong My, in dem die Projekte begannen, ausgebaut. Auch in der bergigen Nordprovinz Thai Nguyen, die sich in Richtung der chinesische Grenze erstreckt und in der vor allem Minderheitenvölker leben, helfen die Projekte, den Lebensstandard der oft bitterarmen Bevölkerung zu heben.
Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt hier etwa 10 Euro pro Monat und Person.

- Viele Mütter lernen hier, preiswert und doch kindgerecht zu kochen.
Als besonders „revolutionär“ gilt die Tatsache, dass die Auswahl der Familien, die eine Projektkuh aus der Kuhbank erhalten sollen, von den Bewohnern der Dörfer selbst nach bestimmten Kriterien durchgeführt wird.
Die Hauptaufgabe bleibt auch hier die langfristige Hilfe. Unser Ziel ist es, die sinnvollen Projekte unserer Partner in Vietnam weiter zu unterstützen und damit der Landbevölkerung Vietnams ein Zeichen der Hoffnung zu schenken.










