Ruanda – Hilfe für ruandische Flüchtlinge
Tausende Menschen flohen 1994 vor dem Völkermord in Ruanda. Einige von ihnen gelangten nach Kenia und leben heute noch als Flüchtlinge dort. Pater Eugene Birrer hat ein Hilfsprogramm für ruandische Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder ins Leben gerufen.

- Einer von Pater Birrers „Schützlingen“ in seinem Flüchtlingshilfsprojekt in Nairobi.
Der Völkermord an der Volksgruppe der Tutsi und Teilen der Volksgruppe der Hutu in Ruanda begann in der Nacht vom 6. April zum 7. April 1994. Er kostete innerhalb von nur 100 Tagen mindestens 800.000 Menschen das Leben. Tausende Menschen flohen, sofern es ihnen überhaupt möglich war, aus dem Land. Einige von ihnen gelangten nach Kenia und leben heute noch als Flüchtlinge dort.

- Die Kinder der Flüchtlingsfrauen gehen in eine kleine, extra eingerichtete Schule.
Für einige Frauen und Kinder hat sich das Flüchtlingsdasein durch die Arbeit von Pater Eugen Birrer, der das Flüchtlingshilfsprogramm der Erzdiozöse Nairobi leitet, sehr verändert. Neben den Frauen und Kindern aus Ruanda betreut er auch Flüchtlinge aus Burundi, Somalia und Äthiopien. Das von ihm gegründete St.-Monica-Zentrum wird von Hoffnungszeichen seit 2001 unterstützt. Etwa 80 Flüchtlingsfrauen und 40 Kinder leben hier, in der Mehrheit junge Frauen und allein erziehende Mütter. St. Monica ist ein Zufluchtsort, der hinter Steinmauern und großen, eisernen Toren zugleich Schutz und ein Zuhause bietet. Auf dem Gelände befinden sich sieben Wohnungen, eine Gemeinschaftsküche, ein Aufenthaltsraum und mehrere Unterrichtsräume. Bis zu zehn Personen teilen sich zum Schlafen ein Zimmer. Wer hier unterkommt, muss sich in der Gemeinschaft einbringen, denn das Zentrum funktioniert nur deshalb, weil jeder mit anpackt.

- Auch die Frauen selber können hier viele Kurse besuchen, die ihnen Berufsperspektiven vermitteln.
Die Frauen haben oft furchtbare Erlebnisse hinter sich. Viele flohen vor dem Völkermord hierher nach Kenia, und die meisten sind auch heute noch gefährdet, weil sie die Gräuel mit ansahen und eventuell Angaben zu den Tätern machen könnten. Noch Jahre nach den Massakern ziehen bezahlte Killerbanden durch die Slums von Nairobi, weil sich dort viele der Flüchtlinge verstecken.
Hier in St. Monica und auch in der zum Projekt von Pater Birrer gehörenden Wood Avenue sind diese Mütter mit ihren Kindern sicher. Viele wollen früher oder später in ihre Heimat zurückkehren, und einigen steht dieser Weg auch offen. Aber die, für die eine Rückkehr zu gefährlich wäre, suchen in ihrer neuen Heimat Kenia ihr Glück. Einige wenige wandern auch ganz aus – nach Neuseeland, Kanada oder in die USA.

- Als Sekretärin beispielsweise können sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.
Ein wichtiges Ziel des Heims ist es, den Frauen ein Stück Unabhängigkeit zu geben. Hier haben sie die Gelegenheit, die englische Sprache sowie ein Handwerk zu lernen. Unter anderem besuchen sie Kurse, um sich zur Sekretärin, Friseurin oder Schneiderin ausbilden zu lassen. Die gelernten Fähigkeiten können sie gleich gewinnbringend einsetzen, in dem sie ihre Produkte an die Bevölkerung verkaufen. Von den Erlösen werden die laufenden Kosten von St. Monica mit bezahlt. Abwechselnd betreuen die Frauen unten im Aufenthaltsraum auch die Kleinkinder, die noch nicht alt genug sind, um in die Schule zu gehen. So können die Frauen ihre Zeit des ungewissen Wartens sinnvoll nutzen und gleichzeitig ihr eigenes Selbstwertgefühl steigern.










