Nagorny Karabach – Prothesenwerkstatt und Nahrungsmittelhilfe

In Nagorny Karabach liegen Zehntausende von Minen als Zeitbomben in der Erde. Immer wieder werden Menschen dadurch halb zerfetzt, verlieren Arme oder Beine. In unserer Prothesenwerkstatt helfen wir hunderten Patienten.

Auch Nahrungsmittelpakete bringen wir regelmäßig nach Nagorny Karabach – für Waisenkinder und allein stehende alte Menschen.

Die Angehörigen im Krieg oder durch Krankheiten verloren, leben viele alte, gebrechliche Menschen in Nagorny Karabach unter elendsten Bedingungen.

Schon fast vergessen sind die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Mehr als 15.000 Menschen fanden dabei den Tod; eine Million Menschen mussten fliehen.

Nagorny Karabach, der „schwarze Garten“, grenzte sich 1923 zum Autonomen Gebiet ab, nachdem Aserbaidschan 1922 Teil der Transkaukasischen Republik in der neu gegründeten UdSSR geworden war. 1988 eskalierte der Konflikt in ethnischen Unruhen, und seit 1991, zeitgleich mit der Unabhängigkeitserklärung Nagorny Karabachs, militärisch. Erst 1994 kam es zum Waffenstillstand.

Seitdem schweigen – mit kleineren Unterbrechungen – die Waffen. Aber die Auswirkungen der Kämpfe sind in der Region unübersehbar. Allein in Nagorny Karabach liegen Zehntausende von Minen immer noch als Zeitbomben in der Erde. Immer wieder werden Menschen dadurch halb zerfetzt, verlieren Arme oder Beine, ganz zu schweigen von den vielen Kindern, die beim Spielen ihre Gliedmaßen verloren. Die Zahl der Kriegsversehrten ist in dieser Region unübersehbar.

Auch viele Karabacher Kinder kennen nur Armut. Viele sind Kriegswaisen.

Seit 1995 tragen wir die fachliche und finanzielle Verantwortung für das Prothesenzentrum in Stepanakert. Was zunächst in einem Container begann, wurde schnell zum "Deutschen Haus" von Stepanakert. In Zusammenarbeit mit der Sozialbehörde vor Ort konnten bisher mehr als 500 Menschen fachgerecht und kostenlos mit Oberschenkel-, Unterschenkel- und Fußprothesen versorgt werden. Unter der Leitung unseres Mitarbeiters Johann Bayerl schlossen im Herbst 1999 zwei einheimische Prothesen-Spezialisten ihre Ausbildung ab. Als Inhaber eines Ausbildungszertifikates nach deutschem Muster arbeiten sie jetzt in unserem Zentrum.

Menschenunwürdig hausen viele alte Menschen in „Wohnungen“ ohne Strom, Gas und Wasser, weil sie kein Geld haben, die Kosten zu bezahlen.

Für die ganze Region, in der über 150.000 Menschen leben, ist unser Prothesenzentrum die einzige Anlaufstelle. Nicht nur Kriegsopfer, sondern auch Unfallopfer bekommen hier Hilfe. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, solche Prothesen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Familien haben nichts, denn bei einem Durchschnittslohn von ca. 40 Euro im Monat reicht es meist noch nicht einmal für Lebensmittel.

 

 

Unsere Hilfspakete unterstützen die Pflegefamilien der Karabacher Waisenkinder.

Auch an diesem Punkt helfen wir. Halbjährlich liefern wir Lebensmittel und Kleidung an Waisenkinder und auf sich allein gestellte alte Menschen, die sich selbst kaum versorgen können. Viele der Kinder sind Kriegswaisen oder haben ihre Eltern bei Unfällen oder durch Krankheiten verloren. Sie leben in Pflegefamilien, die oft selber bitterarm sind. Die allein stehenden alten Menschen sind häufig Kriegsopfer – Kinder und Ehepartner sind gefallen oder im Krieg umgekommen. Gebrechlich und allein hausen viele von ihnen in zerfallenen Wohnungen, ohne Strom, Gas und Wasser. Diese Menschen unterstützen wir durch unsere Hilfspakete. Die Grundnahrungsmittel – Öl, Nudeln, Zucker, Reis, Konserven – helfen ihnen, wochen- oder gar monatelang zu überleben. Und für alle Kinder gibt es zusätzlich neue Kleidung und Schuhe.

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