Erfolgreiche Protestaktion – Jordanien

Protestaktionen 2003-2005: Sieg für Siham Qandah!

Foto (compass direct): Grund zum Jubeln: Siham Qandah und ihre Kinder haben den Sorgerechtsstreit gewonnen.

Ein jordanisches Gericht beendete den jahrelangen Rechtsstreit um das Sorgerecht für die beiden Kinder Rawan und Fadi jetzt zugunsten der Mutter. Liebe Leserinnen und Leser, viele von Ihnen erinnern sich an unsere Beiträge zum Fall der jordanischen christlichen Witwe Siham Qandah. Seit über zwei Jahren haben wir Sie zum Protest und zur Fürbitte für diese Familie aufgerufen.Fast elf Jahre ist es nun her, dass Fadi (15) und seine Schwester Rawan (16) ihren Vater verloren haben. Als jordanischer Offizier der UN-Friedenstruppen war er im Kosovo gefallen. Im März 2003 und im August 2004 haben wir über diesen Fall berichtet. Als Siham Qandah Witwenrente beantragte, wurde ihr mitgeteilt, ihr Mann sei 1991 zum Islam konvertiert, was Siham Qandah bis heute bestreitet. Damit war die Konsequenz verbunden, dass auch die beiden Kinder, Rawan und Fadi, obwohl christlich getauft, gegen ihren eigenen Willen als Muslime gelten. Per Gerichtsbeschluss wurde Siham Qandah das Sorgerecht für ihre Kinder und deren Waisenrente aberkannt – weil nach islamischem Recht eine christliche Frau keine muslimischen Kinder erziehen darf. Um der Bestellung eines unbekannten Vormunds zuvorzukommen, wandte sich Frau Qandah an ihren Bruder Abdullah al-Muhtadi, der zum Islam konvertiert war. Dieser wurde 1995 zum Vormund der Kinder bestellt und erhielt an deren Stelle die Waisenrente, die er mit der Zeit immer seltener an Frau Qandah und ihre Kinder weiterleitete. 1998 verlangte er, die Kinder in seine Obhut zu nehmen, weil die Mutter die Kinder weiter als Christen und nicht als Muslime erzog. Ein Gericht und zwei Berufungsgerichte entschieden zunächst im Sinne des muslimischen Bruders. Aber Siham Qandah gab nicht auf, und in einer abschließenden Verhandlung am 12. April 2005 gab das Gericht der Mutter endlich recht. Ihr wurde das Sorgerecht für ihre Kinder wieder zugesprochen, und ihr Bruder wurde dazu verurteilt, die unterschlagenen Anteile der Waisenrente an die Mutter und ihre Kinder zurückzuzahlen.„Ich kann es noch gar nicht glauben!“, äußerte die Mutter unter Tränen des Glücks gegenüber compass direct. „Ich bin so glücklich, ich bin immer noch sprachlos. Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben.“Die weltweite Berichterstattung zu diesem Fall und die jahrelangen empörten Proteste von Menschenrechtsorganisationen haben mit dazu beigetragen, dass sich schließlich auch die königliche Familie Jordaniens für den Fall zu interessieren begann und der Mutter Unterstützung zusicherte. Auch Ihre Protestkarten, liebe Leserinnen und Leser, und Ihre Gebete haben geholfen, dass Siham Qandah und ihren Kinder nun endlich Recht widerfahren ist!

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Klaus Stieglitz
Menschenrechtsbeauftragter
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Ägypten

Genaue Beobachtung verdient für Volker Kauder (CDU) die Lage der Christen in Ländern, in denen islamische Kräfte nach dem „Arabischen Frühling“ ein größeres Gewicht bekommen haben. So soll im politischen Dialog mit Ägypten um die gewünschte wirtschaftliche Zusammenarbeit auch die Religionsfreiheit thematisiert werden. (Quelle: KNA)
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